Unreine Haut durch Ernährung – stimmt das?
- Nadja Naglazas

- 12. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Jan.

Unreine Haut ist ein Thema, das viele Menschen ihr Leben lang begleitet und oft für Frust sorgt. Besonders häufig taucht die Frage auf, ob die Ernährung dafür verantwortlich sein kann. Die Antwort ist differenziert: Ernährung kann Einfluss auf die Hautgesundheit haben, sie ist aber nicht der alleinige Auslöser von Pickeln und Unreinheiten. Um die Zusammenhänge zu verstehen, lohnt es sich, einen genaueren Blick auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu werfen.
Studien zeigen, dass bestimmte Ernährungsweisen entzündliche Prozesse im Körper fördern können, die sich auch auf die Haut auswirken. Ein Beispiel ist ein hoher Konsum von Milchprodukten, Zucker oder stark verarbeiteten Lebensmitteln. Untersuchungen legen nahe, dass insbesondere Milch und Milchprodukte bei einigen Menschen die Entstehung von Akne begünstigen können, möglicherweise durch hormonelle Bestandteile wie IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1), die die Talgproduktion steigern und Entzündungen fördern können (Smith et al., 2007, Journal of the American Academy of Dermatology). Auch eine Ernährung mit hohem glykämischen Index, also Lebensmitteln, die den Blutzuckerspiegel schnell steigen lassen, steht im Verdacht, Pickelbildung zu begünstigen. Hierzu zählen Weißbrot, Süßigkeiten und Softdrinks.
Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass die Haut nicht allein durch Ernährung gesteuert wird. Faktoren wie Genetik, Hormone, Stress, Schlaf und die Hautpflege selbst spielen eine mindestens ebenso große Rolle. Bei vielen Menschen ist die Ernährung nur ein Puzzleteil im Gesamtbild. Es gibt keinen universellen „Akne-Trigger“, der für alle gilt. Wer seine Haut verbessern möchte, sollte daher auf ein ausgewogenes Zusammenspiel von Lebensstil, Pflege und Stressmanagement achten.
Anti-entzündliche Lebensmittel können dagegen unterstützend wirken. Eine Ernährung reich an frischem Gemüse, Beeren, Nüssen, Omega-3-Fetten und Vollkornprodukten liefert Antioxidantien und gesunde Fette, die Entzündungen im Körper reduzieren können. Studien deuten darauf hin, dass diese Nährstoffe nicht nur das Hautbild verbessern, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden fördern (Di Landro et al., 2012, Nutrition). Eine „bunte“ Ernährung, die unterschiedliche Farben und Nährstoffe abdeckt, sorgt außerdem dafür, dass der Körper wichtige Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe erhält, die er für die Hautgesundheit benötigt.
Ein praktischer Ansatz ist es, mögliche Auslöser bewusst zu beobachten. Wer vermutet, dass Milchprodukte oder Zucker die Haut verschlechtern, kann diese für zwei bis drei Wochen reduzieren und die Hautreaktionen dokumentieren. Dies ist kein Dogma, sondern ein kontrolliertes Ausprobieren, um individuelle Zusammenhänge zu erkennen. Wichtig ist dabei Geduld: Die Haut benötigt oft mehrere Wochen, um Veränderungen zu zeigen, da sich der Hautzyklus erst anpassen muss.
Neben Ernährung ist Stress ein starker Einflussfaktor auf unreine Haut. Cortisol, das Stresshormon, kann die Talgproduktion erhöhen und Entzündungsprozesse verstärken. Wer also an Hautproblemen arbeitet, sollte auch auf Schlaf, Entspannung und Stressmanagement achten. Methoden wie kurze Atemübungen, Mikropausen oder Rituale bei der Hautpflege können die Haut positiv beeinflussen und die Wirkung einer gesunden Ernährung unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ernährung durchaus eine Rolle bei unreiner Haut spielen kann, sie aber nur ein Teil des Gesamtbildes ist. Milchprodukte, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel können Entzündungen fördern, während frische, nährstoffreiche Lebensmittel das Hautbild unterstützen können. Es geht weniger um strenge Regeln, sondern um Beobachtung, Geduld und Balance. Wer Ernährung bewusst in Kombination mit Pflege, Schlaf und Stressmanagement betrachtet, kann langfristig positive Effekte auf seine Haut erzielen.
Wenn du dir unsicher bist, welche Lebensmittel für deine Haut hilfreich sind und welche eher problematisch, kann eine individuelle Beratung helfen, Klarheit zu gewinnen. In einem persönlichen Online-Coaching analysieren wir deine Routine, besprechen mögliche Ernährungseinflüsse und erstellen einen maßgeschneiderten Plan, der zu deinem Alltag passt. So bekommst du Struktur, Verlässlichkeit und vor allem Ergebnisse – wissenschaftlich fundiert und praxisnah.



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