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Milien oder geschlossene Mitesser? So erkennst du den Unterschied



Kleine weiße oder hautfarbene Erhebungen im Gesicht werden schnell als „Unterlagerungen“ bezeichnet. Doch was ähnlich aussieht, muss nicht dasselbe sein.

Besonders häufig werden Milien und geschlossene Mitesser miteinander verwechselt. Das Problem dabei: Wenn du nicht weißt, was tatsächlich unter deiner Haut sitzt, behandelst du möglicherweise wochenlang mit den falschen Produkten – und wunderst dich, warum sich nichts verändert.

Schauen wir uns deshalb genauer an, woran du beide Hautveränderungen unterscheiden kannst und warum sie nicht gleich behandelt werden sollten.



Was sind geschlossene Mitesser?


Geschlossene Mitesser werden fachlich als geschlossene Komedonen bezeichnet. Sie gehören zu den nicht entzündlichen Formen von Akne.

Sie entstehen innerhalb eines Haarfollikels – also in dem Bereich, den wir umgangssprachlich häufig als Pore bezeichnen. Dort sammeln sich Talg und abgestorbene Hautzellen an. Gleichzeitig kann das Material nicht ausreichend nach außen abfließen.

Der Ausgang des Follikels bleibt verschlossen. Dadurch entsteht eine kleine, hautfarbene oder leicht weißliche Erhebung unter der Haut.


Geschlossene Mitesser findest du häufig:

  • auf der Stirn

  • am Kinn

  • auf den Wangen

  • entlang der Kieferpartie

  • gemeinsam mit weiteren Mitessern oder entzündlichen Pickeln

Manchmal bleiben sie längere Zeit unauffällig. Sie können sich aber auch entzünden und zu roten Pickeln oder Pusteln weiterentwickeln.



Was sind Milien?


Milien werden umgangssprachlich auch als Grießkörner bezeichnet.

Dabei handelt es sich nicht um verstopfte Poren und auch nicht um eine Form von Akne. Milien sind kleine Zysten, in denen sich Keratin – ein Bestandteil der obersten Hautschicht – unter der Hautoberfläche eingeschlossen hat.

Sie fühlen sich meist deutlich fester an als geschlossene Mitesser und erinnern optisch an kleine weiße Kügelchen oder Sandkörner unter der Haut.


Besonders häufig treten Milien auf:

  • rund um die Augen

  • auf den oberen Wangen

  • an den Schläfen

  • vereinzelt auch an anderen Stellen im Gesicht

Milien können spontan entstehen. Teilweise bilden sie sich auch nach Hautverletzungen, Entzündungen oder anderen Belastungen der Haut. Bei Erwachsenen bleiben sie häufig über längere Zeit bestehen.



Milien und Whiteheads: der wichtigste Unterschied


Von außen können beide wie kleine weiße Erhebungen aussehen. Unter der Haut entstehen sie jedoch auf unterschiedliche Weise.

Ein geschlossener Mitesser befindet sich im Haarfollikel.Talg und Hornzellen blockieren gemeinsam den Ausgang.

Eine Milie ist eine kleine Keratinzyste unter der Hautoberfläche.Sie entsteht nicht durch einen typischen Talgpfropf im Follikel.

Genau deshalb reagiert nicht jede kleine Erhebung auf Salicylsäure, Retinoide oder andere Produkte gegen verstopfte Poren.



Woran kannst du den Unterschied erkennen?


Eine eindeutige Beurteilung anhand einzelner Merkmale ist nicht immer möglich. Einige Hinweise können dir aber bei der Einordnung helfen.



Geschlossene Mitesser sind häufig:

  • hautfarben oder leicht weißlich

  • eher weich bis fest

  • Teil einer insgesamt unruhigen Hautstruktur

  • auf typischen zu Unreinheiten neigenden Bereichen verteilt

  • gemeinsam mit schwarzen Mitessern oder entzündlichen Pickeln sichtbar

  • in ihrem Erscheinungsbild veränderlich



Milien sind häufig:

  • klar weiß bis leicht gelblich

  • sehr klein und deutlich abgegrenzt

  • hart oder körnig

  • besonders oft in der Augenpartie zu finden

  • über Wochen oder Monate nahezu unverändert

  • nicht gerötet und nicht entzündet


Ein wichtiger Hinweis ist außerdem die Entwicklung: Geschlossene Mitesser können verschwinden, größer werden oder sich entzünden. Eine Milie bleibt häufig als einzelnes, festes Körnchen bestehen.



Warum solltest du beides nicht selbst ausdrücken?


Bei beiden Hautveränderungen gilt: Starkes Drücken ist selten eine gute Lösung.

Ein geschlossener Mitesser besitzt keinen frei zugänglichen Ausgang. Durch Druck kann der Follikel unter der Haut verletzt werden. Der Inhalt kann tiefer ins umliegende Gewebe gelangen und dort eine Entzündung auslösen.

Auch eine Milie lässt sich meist nicht wie ein normaler Pickel ausdrücken. Da sie von Haut bedeckt ist, führt der Versuch häufig nur zu Rötungen, kleinen Wunden oder Pigmentflecken.

Gerade im empfindlichen Bereich rund um die Augen solltest du nicht selbst mit Nadeln oder anderen Werkzeugen arbeiten.



Was hilft bei geschlossenen Mitessern?


Bei geschlossenen Mitessern geht es nicht nur darum, einen einzelnen Pfropf zu entfernen. Entscheidend ist, die Bedingungen zu verändern, unter denen die Verstopfungen immer wieder entstehen.


Dabei spielen vor allem zwei Faktoren eine Rolle:

  1. Die Verhornung innerhalb des Follikels

  2. Die Menge und Zusammensetzung des Talgs


Je nach Hautzustand können beispielsweise Salicylsäure, Retinoide oder andere keratolytische Wirkstoffe sinnvoll sein. Welcher Wirkstoff passt, hängt jedoch davon ab, wie empfindlich deine Haut ist, ob gleichzeitig Entzündungen bestehen und wie stabil deine Hautbarriere aktuell ist.

Mehr Säure ist nicht automatisch die bessere Lösung. Wird die Haut durch zu viele Peelings gereizt, kann sie unruhiger, entzündlicher und gleichzeitig dehydriert werden.


Eine sinnvolle Routine sollte deshalb nicht nur behandeln, sondern auch:

  • mild reinigen

  • die Hautbarriere unterstützen

  • Entzündungsreize reduzieren

  • vor UV-Strahlung schützen

  • Wirkstoffe langsam und gezielt einsetzen



Was hilft bei Milien?


Bereits vorhandene Milien reagieren oft nur begrenzt auf klassische Pflegeprodukte.

Wirkstoffe, die die Zellerneuerung unterstützen, können möglicherweise dabei helfen, neuen Milien vorzubeugen oder sehr oberflächliche Veränderungen mit der Zeit zu verbessern. Ein fest eingeschlossenes Keratinkörnchen lässt sich jedoch nicht einfach „wegcremen“.

Hartnäckige Milien können professionell geöffnet und entfernt werden. Das sollte hygienisch und fachgerecht durch eine entsprechend qualifizierte kosmetische oder dermatologische Fachperson erfolgen.

Insbesondere bei Veränderungen in der Augenpartie ist eine sorgfältige Beurteilung wichtig. Nicht jede kleine helle Erhebung ist automatisch eine Milie.



Entstehen Milien durch zu reichhaltige Augencremes?


Diese Erklärung ist verbreitet, aber zu pauschal.

Sehr reichhaltige oder stark okklusive Produkte können bei manchen Menschen Hautunebenheiten begünstigen. Trotzdem lässt sich nicht jede Milie auf eine bestimmte Creme zurückführen. Milien können auch unabhängig von der verwendeten Pflege entstehen.

Deshalb solltest du nicht vorschnell deine gesamte Routine austauschen, nur weil du ein einzelnes weißes Körnchen entdeckst.


Interessanter ist die Frage:

Handelt es sich überhaupt um eine Milie – oder liegt eine Verhornungsstörung innerhalb der Pore vor?


Erst wenn diese Frage geklärt ist, lässt sich sinnvoll entscheiden, ob deine Pflege angepasst werden sollte.



Wann solltest du die Hautveränderung abklären lassen?


Lass die Stelle professionell beurteilen, wenn:

  • du nicht sicher bist, worum es sich handelt

  • die Erhebungen plötzlich zahlreich auftreten

  • sie sich verändern, wachsen oder entzünden

  • sie sich direkt am Auge befinden

  • deine bisherigen Produkte keine Verbesserung bringen

  • neben den Erhebungen weitere Hautprobleme bestehen


Denn neben Milien und geschlossenen Mitessern gibt es weitere Hautveränderungen, die ähnlich aussehen können.



Fazit: Behandle nicht einfach die Erhebung – verstehe zuerst ihre Ursache


Milien und geschlossene Mitesser können auf den ersten Blick nahezu gleich aussehen. Trotzdem entstehen sie in unterschiedlichen Hautstrukturen und benötigen deshalb unterschiedliche Vorgehensweisen.

Geschlossene Mitesser sind verstopfte Haarfollikel und Teil des Aknegeschehens. Milien sind kleine, keratingefüllte Zysten unter der Hautoberfläche.


Wenn deine vermeintlichen „Unterlagerungen“ trotz Peelings, Seren und gründlicher Reinigung nicht verschwinden, fehlt dir möglicherweise nicht das richtige Produkt.

Vielleicht behandelst du bisher einfach nicht das richtige Problem.


In meiner Online-Hautberatung schauen wir deshalb nicht nur darauf, was du auf deiner Haut siehst, sondern auch darauf, welcher Prozess wahrscheinlich dahintersteht. So entsteht eine Routine, die gezielt zu deinem Hautzustand passt – statt noch mehr Produkte auf Verdacht auszuprobieren.

 
 
 

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